Havelquellreich
 
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Ankershagen




Ankershagen führt schon seit dem 13. Jahrhundert seinen heutigen Namen. Damals wurde durch Siedler aus westlichen Gebieten der Wald gerodet (hag = wald) und das Dorf begründet. Ankershagen hatte eine bevorzugte Lage an der Kreuzung alter Handelsstraßen, in der Nähe zur Mönchssiedlung Freidorf und zur Wasserburg Wickenwerder.

In Ankershagen steht eine der ältesten Feldsteinkirchen Mecklenburgs. Sie geht auf das Ende des 12. Jahrhunderts zurück.

Im 15. Jahrhundert kam die Adelsfamilie von Holstein in den Besitz der Lehensrechte von Ankershagen. Einer ihrer Nachfahren, Henning von Holstein, erlangte traurige Berühmtheit.

Neben der alten Wasserburganlage wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts das Wehrschloß Ankershagen, ausgestattet mit meterdicken Mauern, errichtet. Das Gebäude wurde bis 1998 als Schule genutzt und ist gut erhalten.
Wasserburgruine und Wehrschloß legen Zeugnis ab von mittelalterlichen Verteidigungssystemen und Befestigungsanlagen aus neuerer Zeit.

Während zu Anfang der Besiedlung durch deutsche Bauern in Ankershagen etwa 30 Höfe existierten, ist auch Ankershagen nach 1800 zu einem reinen Gutsdorf geworden, so wie die meisten Dörfer in Mecklenburg.

Ankershagen ist ein langgestreckter Ort, der heute etwa 120 Einwohner hat. Nach Norden wird er von fruchtbaren Äckern begrenzt. Nach Süden dehnen sich weitläufige Weiden aus, die in den Nationalpark übergehen.

Ankershagen ist ein typisches Angerdorf, wie viele Dörfer, die von Siedlern im 12. und 13. Jahrhundert angelegt wurden. Bis in die heutige Zeit hat Ankershagen sein ursprüngliches Dorfbild bewahrt.
Allerdings weicht die Lage des Dorfangers in Ankershagen von der im allgemeinen üblichen ab. Nicht in der Mitte des Dorfes befindet er sich, sondern am westlichen Ende. Die Ursache dafür könnte sein, daß hier eine Kreuzung von bedeutenden Handelsstraßen gewesen sein mag, die in die Gestaltung des Dorfangers aufgenommen werden sollte.

Von 1769-1772 lebte Johann Heinrich Voß, bekannt durch seine Übersetzungen von Homers "Ilias" und "Odyssee", als Hauslehrer im Wehrschloß zu Ankershagen. Wir erinnern an ihn in der Informationsstelle Friedrichsfelde mit einer kleinen Ausstellung.

Einige Jahrzehnte später verbrachte Heinrich Schliemann, der berühmte Ausgräber von Troja seine Kinderjahre (1823-1832) in Ankershagen. Besuchen auch Sie das Schliemann-Museum, das mit seiner ausführlichen Ausstellung über das Leben und Wirken Heinrich Schliemanns erzählt!

In den letzten Jahren unternehmen die Bewohner von Ankershagen alle Anstrengungen, ihr Dorf immer attraktiver zu gestalten und es den Besuchern von seiner besten Seite zu präsentieren.
Der Besucher findet freundlich geschmückte alte Häuser, Wirtschaftsgebäude aus der Gutsbesitzerzeit, eine Schnitterkaserne, neue Häuschen, die Gaststätte "Silberschälchen" und natürlich auch ein bewohntes Storchennest.




 



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